Ich kenne kein Kind, das nicht gerne ab und zu ein Bilderbuch anschaut oder erzählt bekommt. Es gibt sie zu Tausenden in allen Formen und Farben. Sie sind sehr vielseitig einsetzbar und gehören
aus meiner Sicht in jedes Kinderzimmer. Wenn ein/e Erwachsene/r mit einem Kind ein Bilderbuch anschaut und darüber spricht, werden viele Fähigkeiten angeregt und geübt. Das Kind übt zu sprechen,
hört neue Worte, übt, Fragen zu stellen, schärft die Konzentration und die Fantasie wird angeregt. Auch Wissen wird übermittelt, indem über fachliche Inhalte mit dem Kind gesprochen wird (z.B.
war frisst ein Igel? Warum machen Bären Winterschlaf usw.).
Es gibt einige Gelegenheiten und Situationen, für die sich Bilderbücher besonders eignen. Gerne gebe ich Ihnen auch gleich ein paar konkrete
Büchertipps:
Säuglinge und Kleinstkinder
Bei Säuglingen und Kleinstkindern ist besonders darauf zu achten, dass die Bilderbücher grosse, klare, farbige Bilder aufweisen, damit sie die Bilder best möglichst visuell erfassen können. Auch
sollten die Bücher klein sein und dickere/kartonierte Seiten aufweisen, damit die Kinder die Chance haben, das Buch auch selbst zu halten und umzublättern. Manchmal gibt es auch Bücher, die
knisternde Seiten oder unterschiedliche Materialien verwenden, damit die Kinder dazu noch eine sensomotorische Erfahrung machen können.
Beispiel: Ravensburger „Mein erstes Fühlbuch“
Einschlafritual
Damit ein Kleinkind gut einschlafen kann, empfiehlt es sich, ein gleichbleibendes Ritual zu haben. Bilderbücher eignen sich dabei gut, um sich allmählich zu entspannen und noch ein paar innige
Minuten gemeinsam zu verbringen.
Beispiel: Rathmann, P. „Gute Nacht, Gorilla“
Beschäftigung während Autofahrt/Zugfahrt
Eine grosse Herausforderung für Eltern sind immer längere Auto- oder Zugfahrten. Anstatt dem Kind das Telefon in die Hand zu geben, bietet es sich an, gemeinsam ein Buch anzuschauen. Für
unterwegs eignen sich kleine Pixi-Bücher besonders, da sie wenig Platz benötigen und man für wenig Geld zwischendurch mal ein neues kaufen kann.
Über schwierige Themen sprechen
Es gibt immer wieder Themen, bei denen den Eltern die Worte fehlen, um sie altersentsprechend mit dem Kind zu thematisieren. Für sehr viele Lebensthemen gibt es tolle Bilderbücher, die einem den
Einstieg ins Gespräch erleichtern.
Beispiele:
- Psychisch kranker Elternteil: Homeier, S. „Sonnige Traurigtage“
- Tod einer nahestehenden Person: Teckentrup, B. „Der Baum der Erinnerung“
Wissensvermittlung
Auch für die Wissensvermittlung gibt es zu unzähligen Themen geeignete Bilderbücher. Sogar die Eltern können dort manchmal noch etwas dazu lernen.
Beispiel:
- Woher kommen die Babies?: Ravensburger „Woher die kleinen Kinder kommen“
- Nicht mit Fremden mitgehen: Geisler, D. „Ich geh doch nicht mit Jedem mit!“
Sprachförderung
Für die allgemeine Sprachfördern kann ich besonders Wimmelbücher empfehlen. In diesen Bildern kann man sich gemeinsam eine Vielzahl von Geschichten ausdenken und Gegenstände suchen/benennen.
Beispiel: Berners, R.S. „Winterwimmelbuch“
Übrigens findet man auch in jeder Bibliothek viele solcher Bilderbücher. Das Tolle daran ist, dass man immer wieder neue, spannende Bücher mit den Kindern ausleihen kann.
Ich wünsche Ihnen einen guten Start ins Jahr und viele schöne Momente mit Ihren Kindern.
Bei Fragen oder Anregungen dürfen Sie gerne per Mail auf mich zukommen.
small Foot AG - Die Kinderkrippe / Pädagogische Leitung
Januar 2021
Lea Catenazzi
Fachpsychologin für Kinder und Jugendliche FSP